Angesichts der tiefgreifenden Umbrüche im Zuge der aktuellen Medienrevolution – ausgelöst durch ‚intelligente‘ Algorithmen und eine fortschreitende Digitalisierung – besteht ein erheblicher gesellschaftlicher Bedarf, sich kritisch mit KI-gestützten Prozessen auseinanderzusetzen. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, ist eine möglichst inklusive AI-Aufklärung im Rahmen einer kritischen Media- und AI-Literacy erforderlich, die neben technischem Wissen vor allem ethische, rechtliche und demokratische Kompetenzen fördert.
Im Rahmen eines vom Zukunftsfonds Steiermark finanzierten Forschungsprojekts entwickelt greift das Serious Game Journalism_AI diese Herausforderung auf und eröffnet den Teilnehmenden einen experimentellen, kollaborativen Lernraum. In diesem nehmen die Spieler:innen unterschiedliche Perspektiven mit jeweils spezifischer Eigenlogik ein und können eigenständig Wissen recherchieren, um fundierte Entscheidungen zur Regulierung von KI-Systemen im Journalismus zu treffen.
Das Buch, das die Ergebnisse des Forschungsprojekts dokmumentiert, vereint Beiträge, die den Einsatz von Planspielen und Serious Games zur Förderung von Medien- und KI-Kompetenz untersuchen. ElisabethHödl/Sascha Ferz analysieren Planspiele als Instrument zur Stärkung von Demokratieverständnis sowie Medien- und KI-Kompetenz in der juristischen Ausbildung und diskutieren aktuelle politische und regulatorische Ansätze. Thomas Tripold beleuchtet aus soziologischer Perspektive Chancen und Risiken von KI im Journalismus, führt in Konzepte der Media und AI Literacy ein und stellt das Serious Game Journalism_AI vor. Dieses macht in einem simulationsbasierten Setting den Einsatz von KI im Journalismus erfahrbar und wird empirisch evaluiert.
Insgesamt zeigt das Buch, dass spielbasierte Lernformate einen wichtigen Beitrag zu kritischer, demokratieorientierter Medien- und KI-Bildung leisten und stärker in Lehre und Unterricht verankert werden sollten.
Die Publikation steht zum gratis Download zur Verfügung